Japanische Naturaquarien

Aquascaping

Artikeln über japanische Naturaquarien und Aquascaping können nicht ohne Nennung des 1954 in Japan geborenen Takashi Amano beginnen. Amano gilt als einer der einflussreichsten Personen im Bereich der Naturaquarien. Er ist aus der Welt des Aquascapings nicht weg zu denken und durch Buchpublikationen, Videos, Produkte, sowie Kataloge seines Unternehmens, Aqua Design Amano (ADA), allgegenwärtig.

Der Stil des japanischen Naturaquariums wurde Anfang der 1990er Jahre von Amano begründet und erfreut sich bis heute extremer Beliebtheit. Technisch ist er stark an die japanische Gartenkunst angelehnt, bei der jedes Detail ebenfalls sehr genau geplant, und der Blick des Betrachters durch gestalterische Maßnahmen exakt gelenkt wird.

Bei der Konzeption japanischer Naturaquarien versucht man, natürliche Landschaften durch den asymmetrischen und minimalistischen Einsatz von Dekorationsmaterial nachzubilden. Ziel ist es also nicht ein natürliches Biotop zu schaffen, oder ein möglichst breites Spektrum an Pflanzen und Lebewesen zu zeigen. Im Gegenteil werden häufig Wurzeln, Steine, Pflanzen und weitere Materialien kombiniert, die sich in der Natur niemals überschneiden. > Der gestalterische Ansatz verhält sich damit komplett gegenläufig zu anderen Aquascaping Stilen wie bspw. dem Holländischen Pflanzenquarium.

Iwagumi Stil

Möglichst wenige (verschiedene) Objekte bilden eine einheitliche, minimalistische Szene. Japanische Konzepte zur ästhetischen Anordnung von Objekten (Wabi-Sabi, Iwagumi) bilden auch die Grundlage zur Konzeption der Aquascapes.

Als Bepflanzung werden häufig kleinblättrige Arten verwendet. Besonders beliebt sind: Nadelsimse, Australisches Zungenblatt, Kubanisches Perlkraut, Sternlebermoos und Javamoos. Erneut Gegensätzlich zu anderen Stilen ist die fast auschließliche Verwendung grüner Pflanzen. Farbkombination wie bei holländischen Pflanzenaquarien finden sich nicht.

Takashi Amano - Privates Aquarium

Anfang, Mitte 2011 kamen Bilder und Berichte zu Amanos privatem Aquarium an die Öffentlichkeit. Es handelt sich um ein beeindruckendes Becken in 4 Meter Breite und 1,5 Meter Tiefe und Höhe, was rein rechnerisch bereits einem Wasservolumen von ca. 9000 Litern entspricht. > Damit ist dieses Becken eines der größten Naturaquarien/Aquascapes weltweit. Amano selbst beziffert das Volumen sogar auf 15000 Liter. Wenn man die genannten Maße zugrunde legt kann man also davon ausgehen das das, hinter dem Hauptbecken in den Boden eingelassene, Filtersystem die restlichen 6000 Liter enthält.

Der Vollautomatische und ständige Wasserwechsel ist bei einer Anlage dieser Größe selbstverständlich. Ein interessantes Detail der Automatisierung des Aquariums ist aber die CO2 Versorgung. Das Gas wird direkt im Filterzulauf des Beckens gelöst und die Menge wird automatisch - in Abhängigkeit von der Lichtintensität - reguliert.