Beleuchtungspause

Pflanzen

Die Beleuchtungs- oder Mittagspause bezeichnet die Unterbrechung der Beleuchtung ungefähr zur Mitte der täglichen Beleuchtungszeit. Sie wird immer wieder als wirksames Mittel gegen Algenwuchs angepriesen und leider häufig als Glaubensfrage diskutiert. Wir gehen dem Thema genauer auf den Grund.

Stoffwechsel der Pflanzen

Gehen wir in unserem Beispiel zunächst von optimalen Bedingungen aus: Allen Pflanzen stehen alle benötigten Nährstoffe zur Verfügung und der Stoffwechsel kommt in Gang. Aus den zu Verfügung stehenden Nährstoffen werden andere Stoffe wie Kohlenhydrate und Eiweiße produziert. Kohlenhydrat wird als Energieträger gespeichert und weiter verwendet, um den Kreislauf in Gang zu halten.

Mangelerscheinungen

Kommt es nun bei einem der zu verarbeitenden Nährstoffe zu einem Mangel, muss die Pflanze andere - schwieriger aufzubrechende - Nährstoffe als Substitute verarbeiten, um ihren Energiehaushalt aufrecht zu halten. Wenn sich diese Situation zuspitzt, beginnt sie aus ihren Reserven zu zehren bis diese Verbraucht sind - in der Folge kommt es zu Mangelerscheinungen.

Wenn es erst zu Mangelerscheinungen gekommen ist, spitzt sich die Situation schnell weiter zu. Bakterien - als weniger spezialisierte Lebensformen - sind variabler und machen Pflanzen durch die Veränderung ihrer Nährstoffaufnahme immer mehr Stoffe strittig. Der Stoffwechsel der Pflanzen kippt immer weiter, was wiederum Algen entgegen kommt. Die Situation eskaliert.

Beleuchtungspause

Während der Dunkelphase können Nährstoffe auf natürliche Weise (durch Vorgänge im Bodengrund) wieder in den Kreislauf eingebracht werden. Außerdem reichert sich der CO2 Gehalt des Wassers durch den Stoffwechsel aller Lebensformen im Aquarium an (sofern CO2 extern zugeführt wird, ist dieser Punkt irrelevant). Während der Dunkelzeit kann sich das Aquarium also regenerieren.

Fazit

Wie beschrieben, kann(!) die Dunkelzeit dem Aquarium bei der Regeneration helfen und dafür sorgen, dass sich das Nährstoffangebot für Pflanzen verbessert. In diesem Sinne mag sie gerechtfertigt erscheinen.

Andererseits ist sie in diesem Fall keine Bekämpfung der Ursache. Es ist ohne weiteres möglich durch aufeinander abgestimmte Düngung, Fütterung, Lichtzufuhr und den richtigen Besatz ein stabil laufendes Aquarium zu schaffen das die Mittagspause als Maßnahme unnötig macht. Hierdurch würde die Ursache direkt bekämpft.

Pflanzen benötigen darüber hinaus einige Zeit und Energie bis der Stoffwechsel sowohl voll hoch- als auch heruntergefahren ist. Durch die Beleuchtungspause wird unnatürlich stark in diesen Zyklus eingegriffen.

Die einschlägigen Aquaristikforen sind voll von Diskussionen zur Beleuchtungspause und kaum ein anderes Thema wird so sehr zur Glaubensfrage gemacht. Sieht man sich die Diskussionen genauer an, kristallisiert sich sehr schnell heraus, dass die Pause in kaum einem Fall etwas gebracht hat. Ein (biologisch / chemisch) stabiles Aquarium benötigt Kunstgriffe wie diesen nicht, um dauerhaft zu funktionieren.