Kleine Schwarm- und Gruppenfische

Tiere

Eine große Gruppe von Fischen gleicher Art zu beobachten stellt eine ganz besondere Faszination dar. Echtes Schwarmverhalten beim schwimmen ist die Krönung, kommt im Süßwasseraquarium jedoch leider nur sehr selten vor. Es gibt kaum Arten die dieses Verhalten zeigen und mangels Platz fehlt dem Schwimmverhalten der Tiere häufig die Dynamik.

Wir stellen neben dem klassischen (Schwarmfisch) Rotkopfsalmler einige kleine Arten vor die entweder in Gruppen gehalten werden können/sollten und mit etwas Glück zum schwimmen im Schwarm neigen oder als Gruppenfisch attraktiv in Erscheinung treten.

Einleitung

Echte Schwarmfische

Echte Schwarmfische zeichnen sich durch folgende Kriterien aus:

Unechte Schwarmfische

Unechte Schwarmfische sind Gruppenfische die tendenziell nur dann Schwarmbildung zeigen wenn äußere (Bedrohungs) Faktoren im Spiel sind. Isolierte Tiere sind nie desorientiert oder stehen unter Stress. > Selbst Arten, wie der rote Neon, die man augenscheinlich als echte Schwarmfische bezeichnen würde gehören in die Kategorie der unechten. Der rote Neon zeigt selbst in Artaquarien mit mehreren 100 Tieren kein echtes Schwarmverhalten. Im Gegenteil grenzen sich die männlichen Tiere sogar voneinander ab, organisieren sich leicht territorial und bilden kleine Reviere. Erst durch Störfaktoren wie Fressfeinde wird die Schwarmbildung erzeugt.

Unsere Kriterien

Die hier vorgestellten Arten sind Süßwasserfische die (ausgewachsen) eine Größe von ca. 4,5cm nicht überschreiten. Die Eingangs angesprochene Haibarbe scheidet demnach aus. Nicht alle Arten sind echte Schwarmfische, wir stellen auch Arten (Gruppenfische) vor die unter Umständen nur selten Schwarmbildung zeigen. Das die Tiere artgerecht gehalten werden müssen liegt auf der Hand, es kommt also keinesfalls in Frage "Angstfische" zu vergesellschaften die unechten Schwarmfischen dann dauerhafte Schwarmbildung aufzwingen. Dennoch zeigen auch unechte Schwarmfische bei artgerechter Haltung zeitweise Schwarmverhalten.

Die Beschreibungen sind bewusst knapp gehalten und sicher kommen weitere interessante Arten in Frage. Über Anregungen und Hinweise in den Kommentaren freuen wir uns.

Fische

Rotkopfsalmler (Hemigrammus bleheri)

Ein echter Salmler aus Kolumbien/Brasilien. Der gemusterte Schwanz dient vermutlich dazu in trübem Wasser Richtungsänderungen des Schwarms zu registrieren. Rotkopfsalmler sind echte Schwarmfische und zeigen dies, als eine der wenigen Arten überhaupt, auch in Aquarien. Sie werden 3,5cm - 4,5cm lang und sind recht schlank.

Das Becken sollte mindestens 80cm lang sein um den Tieren Raum zum schwimmen zu geben. Lebend- und Frostfutter sollte neben Trockenfutter zugegeben werden. Sie fühlen sich bei folgenden Wasserwerten wohl:

BY-NC-SA 2.0

Keilfleckbärblinge (Rasboa heteromorpha)

Keilfleckbärblinge sind keine Schwarmfische, bilden aufgrund ihres interessanten Keilmusters aber optisch sehr ansprechende Gruppen. Sie leben in einfach strukturierten sozialen Verbänden mit kurzzeitiger Paarbildung. Keilfleckbärblinge bleiben mit 2,5cm - 3,5cm recht klein und fühlen sich in sehr weichem Wasser (< 3° dGH) wohl.

[caption id="attachment_583" align="alignnone" width="960"]CC Lizenz - Stefan Maurer - http://www.flickr.com/photos/stee/2197977652 CC Lizenz - by Stefan Maurer - http://www.flickr.com/photos/stee/2197977652[/caption]

Glühlichtsalmler (Hemigrammus erythrozonus)

Eine südamerikanische Salmlerart, die in Deutschland erstmals 1933 eingeführt wurde. Die Männchen werden ca. 4,5cm groß, die Weibchen bleiben mit 3,5cm deutlich kleiner. Folgende Wasserwerte eignen sich zur Haltung:

Kardinalfische (Tanichthys albonubes)

Kardinalfische gehören zur Famile der Karpfenartigen und zur Unterfamilie der Bärblinge und stammt aus dem Süden Chinas. Kardinäle werden 2,5cm - 3,5cm groß und sollten in Aquarien mit mindestens 60cm Länge in Gruppen von mindestens 12 Tieren gehalten werden. Sie zeigen (Erfahrung des Autors) keine Schwarmbildung, dafür aber interessantes Sozialverhalten. Sie lassen sich gut mit Garnelen vergesellschaften und zeigen auch gegenüber anderen Arten keine Aggression. Kardinäle benötigen folgende Wasserwerte:

  • ph-Wert 6 bis 8
  • Gesamthärte 5° bis 19° dGH
  • Temperatur 18° bis 22° C (wichtig: keinesfalls bei höheren Temperaturen halten da die Tiere schnell erkranken!) [caption id="attachment_578" align="alignnone" width="960"]CC Lizenz - Axel Kirch - http://www.flickr.com/photos/axel/3240320385 CC Lizenz - by Axel Kirch - http://www.flickr.com/photos/axel/3240320385[/caption]

Schrägschwimmer (Thayeria boehlkei)

Gehört zur Familie der (echten) Salmler und stammt aus Brasilien. Sie werden mit maximal 6cm (im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Arten) recht groß. Der Schrägschwimmer ist ein Schwarmfisch und hält sich in den oberen Bereichen des Aquariums auf. Er fühlt sich bei folgenden Wasserwerten in Aquarien ab 60cm Länge wohl:

  • ph-Wert 6 bis 8
  • Gesamthärte 5° bis 19° dGH
  • Temperatur 22° bis 28° C

[caption id="attachment_579" align="alignnone" width="960"]CC Lizenz - Juan R. Lascorz - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:03.Thayeria_boehlkei.JPG CC Lizenz - Juan R. Lascorz - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:03.Thayeria_boehlkei.JPG[/caption]

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