Wasserhärte

Allgemein

Die Wasserhärte spielt in der Aquaristik eine zentrale Rolle für Tiere, Pflanzen, sowie den pH Wert. Wir erklären die Grundlagen, Wechselwirkungen und welche Maßnahmen ergriffen werden können um die Wasserhärte zu verändern.

Wasserhärte bezeichnet die Konzentration von im Wasser gelösten Härtebildnern, in erster Linie Calcium- und Magnesiumionen, welche wiederum Kalk (als unlösliche Verbindung) ausbilden. Härtebildner werden durch Erdschichten im Wasser gelöst, somit ist die Wasserhärte des Grundwassers - aber auch der Trinkwasserversorger - stark von der Region abhängig.

Gesamthärte - °dGH

Die Summe positiv geladener Ionen (Kationen) von Erdalkalimetallen im Wasser. Je weiter die Entnahmestelle der Wasserprobe von der Quelle entfernt ist, desto härter ist das Wasser.

Wasser bis 10 °dgH kann als weich bezeichnet werden, ab 20 °dGH gilt es als hart.

Die Gesamthärte lässt sich durch die Zugabe von Magnesium- oder Kalziumsalzen erhöhen. Bei Zugabe von MgCO3 wird die Karbonathärte mit erhöht, bei Zugabe von CaSO4 ist dies nicht der Fall.

Die Verringerung der Gesamthärte ist aufwändiger und erfordert eine Osmoseanlage oder einen Entsalzer.

Karbonathärte - °dKH

Die Karbonathärte ist das chemische Pendant zur Gesamthärte. °dGH wird durch gelöste Kationen bestimmt, die °dKH durch Anionen (negativ geladene Ionen).

Die Karbonathärte ist die Summe der gelösten Karbonate und Hydrogenkarbonate. Es handelt sich hierbei um Salze mit einer Verbindung zu Kalzium oder Magnesium. Die Karbonathärte ist Teil - bzw. meist 80% - der Gesamthärte und kann nie größer sein als die °dGH.

Die Karbonathärte lässt sich durch die Zugabe von Karbonat- oder Hydrogenkarbonatsalzen erhöhen. Dies ist auch durch die Verwendung von kalkhaltigen Dekorationsmaterialien wie Steinen möglich. Steine sollten also bewusst so eingesetzt werden damit sie die °dKH entweder nicht verändern, oder aber in einem bekannten und möglichst kleinen Rahmen.

Die Verringerung der Karbonathärte ist wiederum komplizierter und am einfachsten mit einer Osmoseanlage möglich. Bei sehr kleinen Aquarien kann auch destilliertes Wasser (als Verschnitt) genutzt werden. Erlenzapfen, sowie Buchen/Eichenlaub senken die °dKH ebenfalls, allerdings in äußerst überschaubarem Ausmaß.

pH & °dKH

Der pH Wert steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Karbonathärte. Die Karbonathärte hat damit die wichtige Funktion des pH Wert Puffers indem sie Schwankungen verhindert.

Bei konstanter Karbonathärte kann durch die Zugabe von CO2 der pH Wert erheblich gesenkt werden.